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Streckenstatus

Fast jeder Bergsträßer Mountainbiker kennt ihn, viele haben ihre Fahrfertigkeiten schon an ihm erprobt, manche haben an ihm mit gebaut. In den letzten 10 Jahren entstand am Nordwesthang der Ludwigshöhe oberhalb von Bensheim-Hochstädten in offensichtlich geduldeter Illegalität eine kurze, aber anspruchsvolle Freeridestrecke - kurz der Fuchstrail. Im Rahmen informeller Kontakte im Zusammenhang mit der für uns Mountainbiker so positiv umgesetzten Reform des hessischen Forstgesetzes signalisierten Vertreter von Hessen-Forst die Möglichkeit eines legalen Streckenbetriebs auf vertraglicher Basis. Als Voraussetzung wurde eine rechtlich verantwortlich zeichnende Trägerorganisation genannt. Alternativ bliebe mittelfristig nur die Zerstörung der Strecke. Leider verlief sich Ende 2012 eine erste Legalisierungsinitiative im Sande, da weder die Stadt Bensheim noch der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald bereit waren, die Streckenträgerschaft zu übernehmen.

Im Herbst 2014 fand sich eine zunächst kleine, aber offensichtlich schlagkräftige Gruppe einheimischer Mountainbiker zusammen, um die Trägerschaft eines legalen Fuchstrail in eigener Verantwortung zu übernehmen. Organisatorisch konnten wir uns dem etablierten Verein Rad-Touristik Club Bergstraße/Odenwald e.V. (RTC) als Abteilung Mountainbike anschließen. Streckenkonzepte für eine Freeride- und eine Flowtrailstrecke wurden ausgearbeitet, eine Eingriffsgenehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Bergstraße beantragt und Verhandlungen mit dem zuständigem Forstamt Lampertheim bezüglich der Ausgestaltung eines Gestattungsvertrags aufgenommen. Nach der Erteilung der Eingriffsgenehmigung durch die UNB konnten wir den Gestattungsvertrag mit Hessen-Forst im November 2015 unterzeichnen. Parallel starteten im Herbst 2015 die arbeits- und kostenintensiven Baumaßnahmen zur Ausgestaltung und Absicherung der Strecken. Mittlerweile sind über 150 Vereinsmitglieder aktiv am Projekt beteiligt. Übrigens sind auch die Erbauer des ursprünglichen Fuchstrail Mitglieder des Vereins.

Die Streckeneröffnung ist für Mitte 2016 geplant. Allerdings bleiben die beiden Abfahrts-Strecken zumindest in den ersten Jahren nicht-öffentliche sondern private Vereinsstrecken. Warum das, obwohl sich doch der RTC e.V. als DIMB-Mitgliedsverein das DIMB-Motto „Open Trails“ auf die Fahne geschrieben hat? Es wäre unfair, die Verantwortung dafür ausschließlich auf den Pachtgeber Hessen-Forst abzuschieben, der eine reine Vereinsnutzung in den ersten beiden Vertragsjahren vorgegeben hat. Die Vereinsmitglieder haben sich aus den folgenden Gründen ebenfalls geschlossen für eine nicht-öffentliche Nutzung der Strecke ausgesprochen:

1. Die gebauten Hindernisse der Strecken erlauben keine vollständige Abwälzung aller Haftungsrisiken in den Bereich der „waldtypischen Gefahren“. Zur Minimierung von persönlichen Haftungsrisiken insbesondere der Vereins- und Abteilungsvorstände sind deshalb Haftungsausschlusserklärungen der Nutzer gegenüber dem Verein unverzichtbar. Diese können aber nur von Vereinsmitgliedern oder Zeitkartenkäufern* (etwa als Klausel innerhalb des Kaufvertrags)  eingefordert werden. Darüber hinaus kann auch eine außerplanmäßige, sichtbare Sperrung der Strecken erfolgen, falls dies durch Mängel an der Strecke oder durch Unwetterlagen notwendig ist.

2. Im Gegensatz zu anderen Legalisierungsprojekten wird der legale Betrieb unserer Strecken weder durch Gemeinden noch durch regionale Organisationen bezuschusst. Die ideelle Unterstützung durch die Stadt Bensheim und den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald entlastet den Verein weder arbeits- noch finanztechnisch. Das ist zwar nicht optimal, jedoch haben wir dadurch auch den Vorteil, keiner breiten Öffentlichkeit gerecht werden zu müssen oder uns auf Bauwerke zu beschränken, die tatsächlich von jedermann befahren werden können.

3. Jeder Fahrer nutzt die Strecken ab und verursacht damit Unterhaltungsaufwand. So werden Instandhaltungsarbeiten durch Vereinsmitglieder getätigt und das benötigte Material von den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Zeitkartenverkäufen* bezahlt. Die Vereinsmitglieder erbringen umfangreichen Einsatz an Arbeitskraft zur Etablierung und Pflege der Strecken. Auch der finanzielle Aufwand für Gebühren, Versicherungsbeiträge, Pacht, Baumaterialien und Werkzeug ist nicht unerheblich. Mittlerweile wurden bereits mehrere tausend Euro für diese Zwecke investiert, die durch Spenden von Mitgliedern und Externen, sowie durch Vereinsbeiträge gedeckt wurden.

4. Wir Vereinsmitglieder sind alle begeisterte Mountainbiker und opfern einen Teil unserer wertvollen Freizeit um unseren Traum eines legalen Fuchstrail zu realisieren. Natürlich sitzen wir lieber auf dem Rad als Erde zu bewegen oder Dokumente zu erstellen. Deshalb gilt für die Benutzung des Fuchstrail das Motto „No Dig – no ride!“ Wer den Fuchstrail befahren möchte, der muss auch für dessen Erhalt sorgen – sei es durch seinen Arbeitseinsatz oder sei es durch finanzielle Unterstützung des Vereins.

Die Vereinsmitgliedschaft bei uns ist übrigens wirklich erschwinglich. Einzelpersonen zahlen 50€, Jugendliche 25€ Jahresbeitrag bei zusätzlichen 10 Pflichtarbeitsstunden für jeden. Die Pflichtarbeitsstunden können finanziell mit 4€ pro Stunde abgelöst werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer Familienmitgliedschaft für 75€ bei insgesamt 15 Pflichtarbeitsstunden. Nicht zu vergessen, im Verein sind lauter nette Leute aktiv, es macht Spaß dabei zu sein! Wer davon einen Eindruck gewinnen möchte, ist herzlich zur Teilnahme an einem unserer öffentlich angekündigten Arbeitseinsätze oder zum Informationsaustausch an einem unserer regelmäßigen Stammtische eingeladen. 

Die beiden Strecken verlaufen in groben Zügen parallel von der Zeppelinhütte oberhalb des bekannten „Toten Mann“ bis zum ehemaligen Marmoritgelände am Ortseingang von Bensheim-Hochstädten. Sie sind 1100 bzw. 1300 Meter lang und führen 130 Höhenmeter talwärts. Die Strecken sind zu 70% vollständig neu angelegt, ohne vorhandene Wege zu nutzen. Die restlichen 30% umfassen im Wesentlichen den vormals illegalen, ursprünglichen Fuchstrail, der komplett renoviert wird, und zusätzlich etwa 100 Meter ehemals wilder Strecke am Einstieg des Flowtrail bei der Zeppelinhütte. Die anspruchsvolle „rote“ Freeridestrecke verschafft mit einer Vielzahl hoher Sprungbauwerke reichlich Airtime, Anlieger rufen nach Speed, Step-Ups und die Durchfahrt der sogenannten Senke sorgen für Adrenalin. Der „blaue“ Flowtrail ist auch für weniger versierte Fahrer ein Genuss. Er bietet Stufen und kleinere Sprünge bzw. Drops, die alle entweder überrollt oder umfahren werden können. Im unteren Teil wird der Flowtrail zur spaßigen Anaconda. Für die Auffahrt vom Streckenende am Marmorit zur Zeppelinhütte gibt es mehrere Alternativen über Forstwege.

Unsere Strecken befinden sich aktuell noch in der Bauphase. Streckenführung und Hindernisse können sich jederzeit kurzfristig ändern. Eine Nutzung der Strecken während Bauarbeiten birgt ein hohes Verletzungsrisiko aufgrund der eingesetzten Werkzeuge und gefährdet zusätzlich die Bautrupps. Neue Erdbauwerke benötigen vor der Benutzung einige Zeit zum Setzen. Deshalb sind beide Strecken bis zur Eröffnung am 6.5.2017 ausdrücklich gesperrt!
Ab der Eröffnung steht die Strecke den Vereinsmitgliedern zur Verfügung.  

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Herrn Schepp und Herrn Ruis-Eckhardt von Hessen-Forst für ihre  vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei den rechtlichen Fragestellungen beriet uns die Deutsche Initiative Mountainbike e.V. (DIMB). Insbesondere gilt hier unser Dank Herrn Peter Seliger von der IG Odenwald, dem Legalisierungsfachmann Tilman Kluge und dem Rechtsreferenten Helmut Klawitter, welche uns mit Hinweisen und Ratschlägen zur Seite standen und halfen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Danke auch an alle Spender, die uns die finanziellen Mittel für unsere bisherigen Aktivitäten zur Verfügung gestellt haben!

codit, john_frink, 29.12.2015

*Zeitkarten sind zur Zeit nicht erhältlich. Diese werden ggf. zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt